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Ehe Oskar Messter (geboren 21.11.1866, gestorben 6.12.1943) zur Kinematografie kam, war er schon einige Jahre als Optiker, Mechaniker, Erfinder und Reisender tätig gewesen. Mit dem ersten Verkauf eines Projektors am 15.Juni 1896 beginnt bei ihm eine Art Kleinserienfertigung, denn bis Ende dieses Jahres hat seine Firma bereits 64 Stück geliefert. Messter verwendete von Anfang an - im Gegensatz zu vielen anderen Konstrukteuren - als Schaltelement das Malteserkreuzgetriebe, allerdings in verschiedenen Variationen.
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Im September 1896 lieferte er dann einen Projektor mit zwei Lagerplatten und fünfteiligem Malteserkreuz. Diese Konstruktionsart stammte von seinem späteren Mitarbeiter Max Gliewe. Doch fast zur gleichen Zeit erschien von Messter ein weiterer Projektor APOLLO, MODELL 1896, der in seinem ersten Katalog von 1897 aufgeführt ist. Dieser Projektor besaß eine einfache Platinenkonstruktion, vierteiliges Malteserkreuz, Handkurbel und Schwungrad, einflüglige Vorderblende, dagegen keine Nachwickelrolle und keine Aufwicklung. Der Film lief vielmehr einfach in einen untenstehenden Korb.
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1896:
Messter Projektor
1896:
APOLLO, MODELL 1896 |
Der THAUMATOGRAPH von 1897 hatte schon zwei gegenläufige Blendenflügel und Gleitschienen im Führungskanal, die das Verschrammen des Films verhinderten. (1899)
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1897:
THAUMATOGRAPH |
Um diese Zeit führte Messter auch die Vor- und Nachwickler, den Anschlag für die Druckrollen (damit diese den Film nicht auf den Zahngrund pressten) und die Feuerschutztrommel ein. Er befasste sich intensiv mit dem Problem des ruckweisen Filmtransports (später auch mit dem kontinuierlichen) und konstruierte mehrere Malteserkreuze. Die Krönung dieser Arbeiten war sein vierteiliges Kreuz mit geraden radialen Schlitzen und annähernd tangialem Eingriff, für das ihm am 7. Februar 1902 das DRP 127913 erteilt wurde.
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1902:
Vierteiliges Malteserkreuz |
Es erschien dann der Projektor MODELL X, von dem er insgesamt 500 Stück lieferte. Es war die größte Stückzahl, die je ein Typ seiner Projektoren erreichte.
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ca. 1900:
MODELL X |
Im Jahre 1904 kam das MODELL XII heraus, das bereits eine zentrale Bildverstellung aufwies und in einigen hundert Exemplaren hergestellt wurde. |
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1904:
MODELL XII |
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1896
Messter Projektor mit zwei Lagerplatten und 5teiligen Malteserkreuz
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1897
Messter THAUMATOGRAPH mit zwei gegenläufigen Blendenflügeln und Gleitschienen |
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1902
Messter: Vierteiliges Malteserkreuz mit geraden, radialen Schlitzen und annähernd tangentialen Eingriff
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(Zum Vergrößern auf das Bild doppelclicken) |
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Für die französische Firma Th. Pathé fertigte er ab 1905 ca. 2000 Laufwerke, welche er ,Th. P.-Modell‘ nannte. Diesem folgten der THAUMATOGRAPH XV und das MODELL 1908, beide als Projektorenkopf mit breiter Grundplatte konstruiert wie bei dem Pathé-Modell.
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1905:
Th. P.-Modell
1906:
THAUMATOGRAPH XV |
In die gleiche Zeit fiel das Erscheinen einer Sonderkonstruktion, der transportable SALON-KINE-MES STER für Normalfilm, dessen Einzelbild in 16 Felder für je ein entsprechend kleineres Einzelbild zerlegt war und dessen vier Bildreihen beim Wechsel der Filmlaufrichtung umgeschaltet wurden. Für den Gebrauch im Unterricht brachte er ziemlich frühzeitig (nach 1897) Kameras und einen Schulprojektor (ca. 1908) mit Malteserkreuz für Normalfilm heraus.
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1908:
MODELL 1908
1908:
SALON-KINE-MESSTER |
Einen Abschluss und Höhepunkt seiner Projektorenkonstruktion stellte das 1913 herausgebrachte MODELL 1914 dar, welches die Bezeichnung PANZER-KINO erhielt. Es besaß ein gekapseltes Werk mit automatischer Ölung und war Vorläufer und beispielgebend für viele spätere Konstruktionen der großen Firmen. Von diesem PANZER-KINO wurde zunächst eine Serie von 25 Stück und anschließendvon 50 Stück aufgelegt.
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ca. 1908:
Messter Schulprojektor
1913:
MODELL 1914/PANZER-KINO |
Bei der Namensgebung der Projektoren fällt auf, daß diese in einigen Fällen überhaupt keinen Eigennamen besitzen, sondern nur mit MODELL und entsprechender Nummer oder Jahreszahl bezeichnet wurden oder daß sie KINETOGRAPH und THAUMATOGRAPH mit entsprechender Seriennummer hießen. Diese Bezeichnung ist aber eher ein Gattungsbegriff als ein Eigenname, denn die damals schon gebräuchliche Bezeichnung, ,Kinematograph‘ durfte Messter nicht verwenden, da sie gesetzlich geschützt war (später hat er diese Bezeichnung doch verwendet). Es ist auch erstaunlich, daß er seinen eigenen Namen erst ab 1908 bei seinem SALON-KINE-MESSTER verwendete. Weiterhin ist bemerkenswert, daß er das MODELL 1914 als PANZER-KINO bezeichnete und zwar als ,der Kino‘ . Bereits 1903 hatte Ernemann seinen Apparat einfach KINO genannt. (Die Umwandlung von ,der Kino‘ als Apparatebezeichnung in ,das Kino‘ für das Lichtspieltheater ist Anfang bis Mitte der zwanziger Jahre erfolgt.)
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Messter hat in den Jahren 1896 bis 1913 insgesamt 17 Typen von Laufbildprojektoren herausgebracht und dann wohl während des ersten Weltkrieges die Fabrikation eingestellt (zumal auch Ernemann und Bauer inzwischen Laufbildprojektoren serienmäßig produzierten), um sich stärker den Film- und Luftbildaufnahmen, dann auch der Filmbearbeitung, der Filmproduktion wie auch dem Farb- und dem Tonfilm zu widmen.
Die in den zahlreichen Publikationen über Messter aufgeführten Daten seiner Projektoren und sonstigen technischen Leistungen stammen fast ausnahmslos von ihm selbst. |
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1899
Messter THAUMATOGRAPH |
1905
Messter: das für Pathé hergestellte Th.-P.-Modell
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1908
Messter SALON-KINE-MESSTER, transportable. Sein Normalbild war in 16 Einzelbilder unterteilt |
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1906
Messter THAUMATOGRAPH XV |
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(Zum Vergrößern auf das Bild doppelclicken) |
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Das große Verdienst von Messter besteht darin, nicht nur die Entwicklung von Kameras, Laufbildprojektoren, vieler anderer Geräte und die Filmproduktion maßgebend beeinflusst, sondern die wirtschaftliche Bedeutung dieser neuen Technik erkannt und mit viel Geschick und großem Organisationstalent seine Firma, bzw. seine Firmen, über viele Schwierigkeiten zu bedeutenden Unternehmen bis zum Zusammenschluss 1917 mit der neugegründeten UFA gebracht zu haben. Die meisten der deutschen und ausländischen Erfinder und Kinopioniere waren Bastler und Einzelgänger, die nie eine wirtschaftliche Bedeutung erlangten. Ausnahmen gibt es im Ausland mit Edison und Lumière. Messter ist der Begründer der deutschen Film- und Kino-Industrie. Ohne ihn hätte diese Industrie hier nie die große Bedeutung erlangt, sondern Frankreich (mit Lumière und Pathé Frères) und die USA (mit Edison) wären beherrschend auf dem Weltmarkt gewesen.
Zu seinen Ehren stiftete die Deutsche Kinotechnische Gesellschaft (DKG) im Jahre 1926 die Oskar-Messter-Medaille, die als höchste Auszeichnung für Leistungen auf dem Gebiet der Kinotechnik verliehen wird und die als erster Messter erhielt. |
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1908
Messter MODELL 1908 |
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ca. 1908
Messter Schulprojektor mit Maltheserkreuz für Normalfilm |
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1914
Messter PANZER-KINO |
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